
Im Job ist alles zu viel. Zu viele Themen, zu viel Druck, zu viele Stimmen.
Irgendwann mache ich einen Fehler – oder zumindest erscheint es so.
Ich rede über einen Kollegen, nicht böse, aber im Nachhinein unnötig.
Ich merke: Ich will wohl einfach irgendwohin mit all dem Druck.
Als der Tag endet, bleibt dieses schale Gefühl. Erschöpfung. Unzufriedenheit. Frust.
Und Ärger über mich selbst. Ich sage mir: „Ich bemerke diese Gefühle. Sie sind ein Teil von mir – aber ich bin mehr als sie.“ Ein schöner ACT-Gedanke. Nur: Er hilft mir in dem Moment kaum.
Da ist dieses leise, widerständige Wort: Trotzdem.
So, als würde es sich dazwischenstellen: „Trotzdem fühle ich mich schlecht. Trotzdem ärgere ich mich.“ Also nehme ich auch das ‚trotzdem‘ mit hinein in die Defusion.
Ich kämpfe nicht. Ich versuche nicht, klüger zu sein als mein eigener Widerstand.
Ich bemerke einfach auch das: „Da ist das Trotzdem. Da ist der Zweifel. Da ist der Teil in mir, der es gerade nicht besser hinbekommt.“
Und während ich das sehe, erinnere ich mich an die Schachbrett-Metapher:
All diese Figuren – Gedanken, Gefühle, Stimmen – sie kämpfen, bewegen sich, fallen um, stehen wieder auf. Aber das Brett bleibt. Es ist einfach da. Und ich bin dieses Brett.
Ich sitze da, atme, schaue aus dem Fenster. Ich höre das Summen im Büro, spüre die Tastatur unter meinen Fingern.
Hier bin ich. Jetzt.
Mit all dem, was da ist. Ich bin bereit.
